Einer für alle - eine starke Stimme für unseren Landkreis Meißen. Mit Ihrer Erststimme direkt in den Bundestag.

André Langerfeld

Die Kleinstpartei möchte ihr Ergebnis zu Bundestagswahl künftig weiter ausbauen.

Sächsische Zeitung, 05. Oktober 2021
Quelle: https://www.saechsische.de/meissen/politik/kreis-meissen-freie-waehler-sehen-sich-bestaetigt-5538178.html

Freie Wähler sehen sich bestätigt 

Meißen. Nach der Wahl ist vor der Wahl – bei der vorangegangenen Bundestagswahl hat es für die Freien Wähler nicht für einen Einzug in den Bundestag gereicht. Lag man bei der Bundestagswahl 2017 noch bei einem Prozent, so gelang es bei der diesjährigen Wahl, bei 2,4 Prozent zu landen. Auch sachsenweit lässt sich eine ähnliche Bilanz verzeichnen. Das Wahlergebnis von 1,1 Prozent aus dem Jahr 2017 konnte auf 2,3 Prozent angehoben werden.

Der Meißner Direktkandidat André Langerfeld fasst das sachsen- und bundesweite Ergebnis wie folgt zusammen: „Politik ist ein Marathon und kein Sprint“. Für die Etablierung der Freien Wähler in der parlamentarischen Parteienlandschaft brauche es Kontinuität und Zeit. Eine gesunde Bürgerpolitik sei für die Freien Wähler elementar, sodass der Fokus auf nachhaltigem Wachstum und Wählergenerierung liegt.
Im Landkreis Meißen konnte die Kreisvereinigung Freie Wähler Meißen mit 4,9 Prozent der Erststimmen und 2,9 Prozent der Zweitstimmen nach eigener Einschätzung ein „zufriedenstellendes Ergebnis“ erringen. Das Zweitstimmenergebnis befindet sich über dem sachsen- und bundesweiten Durchschnitt. „Die Bundestagswahl zeigt, dass die Freien Wähler im Landkreis gut vertreten sind und eine solide Basis für kommende Wahlen aufbauen konnten“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisvereinigung. Das sei auch etlichen Freie-Wähler-Vereinen und Bürgerinitiativen sowie mehreren parteilosen Bürgermeistern zu verdanken. Der Direktkandidat André Langerfeld zeigt sich ebenfalls mit dem Ergebnis zufrieden und bedankt sich für die knapp 7.300 Erststimmen. Dank der gewonnenen Erkenntnisse könne man mit Zuversicht und Selbstvertrauen die kommenden Wahlen angehen. (SZ)

Wahlplakate: Wie viele werden im Elbland wirklich zerstört?

Fast alle Parteien sind von Vandalismus betroffen. Allerdings gibt es widersprüchliche Angaben.
Riesa. Kopfüber steckt ein abgerissenes Wahlplakat in einem Riesaer Grünstreifen: Hier an der August-Bebel-Straße traf es ein FDP-Plakat. Auf Anfrage von sächsische.de hatten vergangene Woche fast alle Parteien angegeben, dass ihre Wahlplakate Ziel von Sachbeschädigungen seien. Genaue Statistiken über beschädigte Plakate führen allerdings die wenigsten - und Anzeigen werden von den Parteien höchst unterschiedlich gestellt.

Laut André Langerfeld, Spitzenkandidat der Freien Wähler im Landkreis Meißen, habe man 1.100 Plakate aufgehängt. 20 Prozent davon seien bereits mit Stand vergangene Woche beschädigt oder gestohlen worden. Langerfeld gibt an, dass stattdessen Plakate von AfD, CDU oder SPD an den betreffenden Stellen gehangen hätten. Teilweise hätten wohl auch Grundstücksbesitzer „keine Wahlplakate vor ihrer Haustür“ haben wollen. „Einen derart aggressiven Plakate - Wahlkampf hat es noch nicht gegeben“, sagt Langerfeld, die Schadenssumme sei vierstellig.

Die Angaben der Kreisvorsitzenden der Freien Wähler, Brit Reimann-Bernhardt, fallen allerdings anders aus: Sie sei herumgefahren und habe Helfer befragt. „Unseres Wissens sind aktuell vier Plakate entfernt bzw. überhängt worden“, hieß es ebenfalls vergangene Woche. Warum sich die Angaben bei den Freien Wählern derart unterscheiden, ließ sich nicht aufklären.

Konkrete Zahlen zum Thema Plakate-Vandalismus gibt es auch bei der Polizei nicht. Dazu müssten die Parteien solche Vorfälle einheitlich anzeigen, sagt Riesas Revierleiter Andreas Wnuck. Dort lagen zuletzt lediglich Sachverhalte von der AfD vor. „Unser Eindruck ist, dass es im Vergleich zu den vergangenen Wahlkämpfen dieses Jahr weniger Vorfälle sind“, sagt der Revierleiter. Das könne sich aber jeden Tag ändern. In Nossen seien alle AfD-Plakate verschwunden, sagt Ferdinand Schaulin vom AfD-Kreisvorstand, in Riesa sei Vandalismus ein großes Problem, in Radebeul etwa die Hälfte der Plakate zerstört worden. „Allgemein liegen unsere Probleme also im städtischen Raum, wohingegen man auf dem Land toleranter zu sein scheint“, sagt Schaulin.

André Langerfeld von den Freien Wählern verweist auf ein Problem kleinerer Parteien oder Wählervereinigungen: In Riesa, Diera-Zehren und Großenhain würde bei Plakatier-Genehmigungen die „abgestufte Chancengleichheit“ angewendet - sprich: große Parteien dürfen mehr Plakate aufhängen als kleinere. Das sei ungerecht. „In Großenhain müssen zudem Genehmigungs-Marken auf die Plakate geklebt werden. Dort konnten gestohlene Plakate nicht ersetzt werden, weil es für die Genehmigungs-Marke keinen Ersatz gibt“, sagt Langerfeld. „Statt dem Freie-Wähler-Plakat hängen nunmehr dort CDU und SPD.“ Das sei unfair und müsse aufgearbeitet werden.
 

"Alle Bürger und Vereine mitnehmen"

Der Kandidat der Freien Bürger meldet sich kurz vor der Wahl noch einmal zu Wort.

Meißen. Auf Plakatmotiven, Anzeigen und in Social Media sprechen sich 16 Persönlichkeiten aus dem Landkreis Meißen für André Langerfeld als Direktbewerber für den Bundestag aus. Unterstützung bekommt Langerfeld auch von den Freie Wählerverbänden, der Bürgerinteressengemeinschaft BIG Zeithain und unabhängigen Wählervereinigungen sowie dem Verein Interkultureller Garten Coswig. Auch die Freie Wähler Fraktion im Kreistag Meißen unterstützt geschlossen Langerfeld.

"Ich möchte nicht, dass Barbara Lenk (AfD) als direkt gewählte Abgeordnete den Landkreis Meißen im Bundestag vertritt", so Langerfeld. Umfragen zufolge könnte die AfD in Sachsen der Gewinner sein. "Mir geht es aber nicht um eine Einheitsfront gegen Lenk", so Langerfeld. Er wolle alle Bürger und Vereine mitnehmen, dem Landkreis dienen und in einem demokratischen Miteinander Zukunft gestalten.

"Ich bin hier im Landkreis überparteilich vernetzt, engagiert und werde ihn in Berlin mit starker Stimme vertreten." André Langerfeld ist stolz auf das große Bündnis und motiviert zum Mitmachen. Die Erststimme ist eine Personenstimme und keine Parteistimme. Als "Einer für alle" möchte der in Meißen verwurzelte und engagierte Lokalpolitiker den Landkreis Meißen in Berlin vertreten. (SZ)

Freie Wähler kritisieren Meißner Wahlforum

Sächsische Zeitung, 06.09.2021
Quelle: https://www.saechsische.de/politik/bundestagswahl/freie-waehler-kritisieren-meissner-wahlforum-5519655-plus.html

Von Ulf Mallek

Die Landeszentrale für politische Bildung weist die Vorwürfe zurück. Das Wahlforum in Großenhain wird auch per Livestream übertragen.

Meißen. Die Freien Wähler kritisieren die beiden Wahlforen der Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung im Landkreis Meißen. Grund: Der Direktkandidat der Freien Wähler für den Landkreis Andre Langerfeld wurde nicht eingeladen. „Das ist undemokratisch und zeigt deutlich die Demokratiedefizite in der Landeszentrale für politische Bildung“, sagt André Langerfeld. „Ein fairer Wahlkampf sieht anders aus.“ Offensichtlich sollen aber die Vorteile für die etablierten Parteien bewahrt werden. Der Wähler soll nicht umfassend informiert sein, so Langerfeld.

Die Landeszentrale für politische Bildung weist diesen Vorwurf strikt zurück. Die Unzufriedenheit der Nichtbeteiligten sei nachvollziehbar, so Thomas Platz von der Landeszentrale, aber die abgeleiteten Vorwürfe sind haltlos. "Wir haben keinerlei Interesse, die Vertreter der Kleinparteien auszugrenzen und zu behindern, aber mit bis zu zwölf Leuten auf dem Podium zu diskutieren ist schlicht unmöglich." Entsprechend wurden die Wahlkreiskandidaten aller im Bundestag und im Landtag vertretenen Parteien mit Fraktionsstatus zu den Wahlforen eingeladen. Dieses Verfahren der "abgestuften Chancengleichheit" ist vom Verwaltungsgericht Dresden geprüft und mit Beschluss vom 05.07.2019 (Az.: 7 K 526/19) bestätigt worden.

Im Landkreis Meißen gibt es elf Direktkandidaten für den Bundestag. Zu den beiden Wahlforen in Meißen am 7. September (Burgkeller) und in Großenhain (Kulturschloss) am 14. September (jeweils 19 Uhr) werden jeweils sechs Kandidaten antreten: Sebastian Fischer (CDU), Stephanie Dzeyk (SPD), Barbara Lenk (AfD), Johannes Schmidt-Ramos (FDP), Markus Pohle (Die Linke) und Karin Beese (Bündnis 90/Grüne). Vor jedem Forum wählt das Publikum drei Themenblöcke, zu denen die Vertreter der Parteien Stellung beziehen, und legt deren Reihenfolge fest. Für eine Teilnahme gelten die aktuellen Corona-Regeln. Solange die Inzidenz unter 35 bleibt (im Landkreis Meißen aktuell 27), ist kein Test- oder Impfnachweis nötig. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Das Wahlforum in Großenhain nächste Woche wird auch per Livestream im Facebook- und Youtube-Kanal der Landeszentrale online übertragen. Über deren Kommentarfunktion können Zuschauer ihre Fragen in die aktuelle Runde einbringen.

Mein Kommentar dazu

Demokratische Wahlen brauchen gut informierte Bürger, eine ausgewogene Berichterstattung und Gesprächsforen ohne Einschränkungen, um den Bürgern im Freistaat Sachsen eine kompetente und informierte Wahl Entscheidung ermöglichen zu können. Wiederholt lädt die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) die Direktkandidaten der Freien Wähler zu den Wahlforen in den Landkreisen nicht ein. So auch im Landkreis Meißen wo André Langerfeld für die Freie Wähler das Direktmandat anstrebt. Langerfeld soll nicht die Möglichkeit haben, auf Augenhöhe mit seinen Mitbewerbern im Wahlforum in Meißen und Großenhain zu diskutieren.

„Das ist Undemokratisch und zeigt deutlich die Demokratiedefizite in der Landeszentrale für politische Bildung“, sagt André Langerfeld. „Ein fairer Wahlkampf sieht anders aus.“

Eigentlich sollte man meinen das Einschränkungen oder die „abgestufte Chancengleichheit“ Relikte von gestern sind. Offensichtlich sollen aber die Vorteile für die etablierten Parteien bewahrt werden. Der Wähler soll nicht umfassend informiert sein. Langerfeld weist darauf hin, dass in den Foren Direktkandidaten antreten sollen. Zweitstimmenprognosen sind da eher irrelevant. „Die Bürger hätten ein Recht darauf, die Spannbreite der Wahlbewerber für das Direktmandat kennenzulernen. So bleibt an der Landeszentrale das fade Geschmäckle hängen, nur den altbekannten Parteien zu dienen und für Neues nicht offen zu sein. Auch ein Wahlforum mit 7 oder 8 Teilnehmern lässt sich bei guter Planung moderieren“, so Langerfeld. So sind im Landkreis Meißen nur sechs Direktkandidaten eingeladen – „Eingeschränktes Wahlforum“.

Die Partei Freie Wähler ist bereits in drei Landesparlamenten vertreten und in Bayern auch in Regierungsverantwortung. Jetzt wollen die Freie Wähler auch in den Bundestag. Traditionell ist die Freie Wähler-Gemeinschaft sehr groß und die kommunale Kraft bundesweit. Die Basis der Freie Wähler sind die Freie Wähler Verbände als e.V. „Wir machen Politik von unten nach oben, von Bürgern für Bürger. Wir sind die Stimme der Bürger, Kommunen, unabhängigen Wählervereinigungen und Verbände“, sagt André Langerfeld Direktkandidat der Freien Wähler im Landkreis Meißen. In Deutschland gibt es 280.000 Mitglieder, die sich unter dem Dachverband in Freien-Wähler-Organisationen vereinen. Zurecht sagen die Freien Wähler von sich: „Wir sind die drittstärkste Volkspartei.“  Die Freien Wähler rechnen sich große Chancen aus die fünf Prozent Hürde zu überwinden und in den Bundestag zu ziehen. Sollte die fünf Prozent Hürde nicht übersprungen werden können, dann sind die Direktkandidaten umso wichtiger. Drei erreichte Direktmandate bundesweit reichen aus, um in den Bundestag mit den entsprechenden Listenplätzen einzuziehen. André Langerfeld meint: „Wenn wir was für die Bürger und Kommunen zum Besseren verändern wollen, dann müssen wir mit frischen Ideen und der bereits erworbenen kommunalen Kompetenz in den Bundestag. Wir müssen dahin wo die relevanten Entscheidungen für die Kommunen und Bürger getroffen werden.“

Diskussion: "Abgestufte Chancengleichheit" - nicht alle Kandidaten dürfen ins Wahlforum

Nur sechs von elf Direktkandidaten sind eingeladen.

Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) lädt in ganz Sachsen wahlkreisweise Direktkandidaten ein, damit sich diese den Fragen der Wähler stellen können. Eingeladen werden aber nur die Kandidaten, deren Parteien im bisherigen Bundestag vertreten waren. Eine Benachteiligung, die aus Sicht der SLPB in Ordnung geht. "Abgestufte Chancengleichheit nennt man das. Das klingt im ersten Moment undemokratisch, aber da haben wir uns rechtlich abgesichtert," sagt Stefan Zinnow, Ansprechpartner für die Veranstaltunsgreihe, auf Nachfrage von RAZ24, "ein Forum mit so vielen Kandidaten - da kann kaum eine Diskussion zustande kommen und Bürger können dann nur wenige Fragen stellen."

Zumindest André Langerfeld (Freie Wähler) sieht das ganz anders. 

"Demokratische Wahlen brauchen gut informierte Bürger, eine ausgewogene Berichterstattung und Gesprächsforen ohne Einschränkungen, um den Bürgern im Freistaat Sachsen eine kompetente und informierte Wahl Entscheidung ermöglichen zu können," schreiben die Freien Wähler in einer Pressemitteilung. "Wiederholt lädt die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) die Direktkandidaten der Freien Wähler zu den Wahlforen in den Landkreisen nicht ein. So auch im Landkreis Meißen wo André Langerfeld für die Freie Wähler das Direktmandat anstrebt. Langerfeld soll nicht die Möglichkeit haben, auf Augenhöhe mit seinen Mitbewerbern im Wahlforum in Meißen und Großenhain zu diskutieren.
Eigentlich sollte man meinen das Einschränkungen oder die „abgestufte Chancengleichheit“ Relikte von gestern sind. Offensichtlich sollen aber die Vorteile für die etablierten Parteien bewahrt werden."Langerfeld weist darauf hin, dass in den Foren Direktkandidaten antreten sollen. Zweitstimmenprognosen sind da eher irrelevant. „Die Bürger hätten ein Recht darauf, die Spannbreite der Wahlbewerber für das Direktmandat kennenzulernen.

Stefan Zinnow beruft sich auf Rechtsgutachten, wonach es in der Geschichte der Bundesrepublik extrem selten war, dass Einzelbewerber oder Bewerber von Kleinparteien die Erststimme holten, was einen extrem hohen Bekanntheitsgrad des Bewerbers voraussetzte. Deshalb sehe man die Nichteinladung weniger relevanter Bewerber als vertretbar an.

Die Partei Freie Wähler dagegen argumentiert, bereits in drei Landesparlamenten vertreten und in Bayern auch in Regierungsverantwortung zu sein. "Jetzt wollen die Freie Wähler auch in den Bundestag. Traditionell ist die Freie Wähler-Gemeinschaft sehr groß und die kommunale Kraft bundesweit. Die Basis der Freie Wähler sind die Freie Wähler Verbände als e.V.," so André Langerfeld, Direktkandidat der Freien Wähler im Landkreis Meißen. "Wir machen Politik von unten nach oben, von Bürgern für Bürger. Wir sind die Stimme der Bürger, Kommunen, unabhängigen Wählervereinigungen und Verbände. Die Freien Wähler rechnen sich große Chancen aus, die fünf Prozent Hürde zu überwinden und in den Bundestag zu ziehen. Sollte die fünf Prozent Hürde nicht übersprungen werden können, dann sind die Direktkandidaten umso wichtiger. Drei erreichte Direktmandate bundesweit reichen aus, um in den Bundestag mit den entsprechenden Listenplätzen einzuziehen." André Langerfeld meint: „Wenn wir was für die Bürger und Kommunen zum Besseren verändern wollen, dann müssen wir mit frischen Ideen und der bereits erworbenen kommunalen Kompetenz in den Bundestag. Wir müssen dahin wo die relevanten Entscheidungen für die Kommunen und Bürger getroffen werden.“

Die Veranstaltungen der SLfpB für den Wahlkreis 155 (Meißen) finden am 07.09.2021, 19:00–21:00 Uhr im Hotel Burgkeller Meißen und am  14.09.2021, 19:00–21:00 Uhr im Kulturschloss Großenhain statt. Sebastian Fischer (CDU)Stephanie Dzeyk (SPD)Barbara Lenk (AfD)Johannes Schmidt-Ramos (FDP)Markus Pohle (DIE LINKE) und Karin Beese (Bündnis 90/GRÜNE) stellen sich den Fragen des Publikums. Das Wahlforum wird parallel als Live-Stream im Facebook- und YouTube-Kanal der SLpB übertragen. Über deren Kommentarfunktion können Zuschauende ihre Fragen in die aktuelle Runde einbringen.

"Demokratischer Diskurs ist kaum noch möglich"

So viele Kandidaten wie noch nie wollen für den Wahlkreis Meißen in den Bundestag. Die Freien Wähler müssen um den Einzug bangen. Doch André Langerfeld ist siegessicher.

Von Marvin Graewert.

Radebeul. André Langerfeld hat zum Plakateaufhängen getrommelt. Doch daraus wird nichts. Als seine Mitstreiter im Bürgerbüro der Freien Wähler in Radebeul eintreffen, steckt ihr Bundestagskandidat mitten in einem Pressetermin. Gar nicht schlimm. Denn eine Frage an einen Journalisten wollten sie sowieso schon immer mal loswerden: Wie kann es sein, dass die Freien Wähler als "drittgrößte Volkspartei" medial so wenig Beachtung bekommen?

Foto: Claudia Hübschmann

Drittgrößte Volkspartei? Mehr oder weniger stimmt das sogar. In Deutschland gibt es 280.000 Mitglieder, die sich unter dem Dachverband in Freien-Wähler-Organisationen vereinen. Zum Vergleich, die rasant wachsende grüne Partei verzeichnet bislang 120.000 Mitglieder. Nur CDU und SPD haben mehr Mitglieder.

Doch am Wahlabend zählen Ergebnisse: Im Landkreis Meißen holten die Freien Wähler zur Europawahl 2,9 Prozent der Stimmen, bei der Kommunalwahl immerhin 9,2 Prozent. Und bei der Bundestagswahl? Da liegen sie nach bundesweiten Prognosen zwischen drei und vier Prozent. Bei allen engagierten Mitgliedern, es wird ein hartes Bangen um den Einzug in den Bundestag. Doch Langerfeld würgt alle Befürchtungen ab. Schließlich gebe es noch eine andere Möglichkeit, in den Bundestag einzuziehen: Wer die Fünf-Prozent-Hürde nicht nimmt, kann es trotzdem schaffen: Dazu muss eine Partei bundesweit mindestens drei Direktmandate gewinnen, eins davon werde aus Meißen kommen: "Ich rechne mir große Chancen aus, in den Bundestag zu kommen." Dafür müsste Langerfeld die meisten Erststimmen auf sich vereinigen – an Selbstbewusstsein fehlt es dem 46-Jährigen nicht. Und das, obwohl er sich im Wahlkampf in einer benachteiligten Außenseiterrolle sieht.

Um Plakate aufhängen und Wahlkampftermine wahrnehmen zu können, musste sich der Erzieher eine Woche Urlaub nehmen. Ansonsten bedeute eine Kandidatur neben Familie und 32-Stunden-Job vor allem wenig Schlaf. Doch die Belastung nehme er gerne auf sich, denn anderen Parteien möchte er die politische Arbeit aber nicht überlassen: "Ich habe mich nie von den etablierten Parteien vertreten gefühlt, wodurch ich in keine Partei eintreten wollte." Denn durch alle Parteibücher hinweg ziehe sich eine "Verhinderungspolitik": "Was mich besonders ärgert - egal ob auf Bundes- oder auf Landesebene - da kann es einen ganz tollen Antrag geben, der schon aus Prinzip blockiert wird, weil er aus einer anderen Partei kommt." Das Ergebnis müssten die Bürger und Kommunen ausbaden.

Die Antworten auf Fragen, die ihn wirklich umtreiben, findet er erstmalig beim Gödelitzer Kreis: Wie wollen wir leben, welche Rahmenbedingungen haben wir und wie können wir die Gesellschaft gestalten, dass alle teilhaben können? Da das zum größten Teil Freie Wähler waren, die diese Impulse mitgetragen haben, war das sein erster Anlaufpunkt: "Wir wissen, was in den Kommunen los ist, aber wenn wir dort auch etwas verändern wollen, müssen wir jetzt einen Schritt weiterkommen und in den Bundestag einziehen."

Gerade jetzt wurden diese Fragen immer wichtiger, weil wir eine größer werdende gesellschaftliche Spaltung erleben: "Der demokratische Diskurs hat in den letzten zwei Jahren sehr stark gelitten", klagt Langerfeld. Vor allem die Berichterstattung über die Coronapolitik sei sehr einseitig gewesen: "Ein demokratischer Diskurs ist kaum noch möglich, zu oft wird man mit sachlichen Argumenten als Querdenker oder Querulant abgestempelt." Er hätte sich eine ausgeglichenere mediale Berichterstattung gewünscht: "Ich werbe daher für eine Kultur des demokratischen Miteinanders." Ansonsten würden die Menschen geradezu zum Protestwählen gedrängt, vor allem weil zu wenig in Soziales investiert würde. Zum Beispiel das Rentensystem sei zunehmend zum Scheitern verurteilt: "Die Migration von Fachkräften kann dabei nicht die vollumfängliche Lösung bilden, daher ist eine familienfreundliche Politik entscheidend. Familien mit Kindern brauchen bessere Rahmenbedingungen, um unsere Geburtenraten im Land wieder zu steigern", so Langerfeld.

Sein Herzensthema lässt sich Langerfeld nicht entlocken, dafür sei er zu breit aufgestellt: Bürokratieabbau, Bildung, Familienpolitik, alles wichtig. Inspiration dafür finde sich oft in seiner Arbeit als Erzieher: "Kinder finden mit großer Leichtigkeit oft pragmatische Lösungsansätze für komplexe Probleme. Kinder stecken voller Mut, Neugier und Toleranz - tolle Eigenschaften, die uns im Alter und in der Politik manchmal verloren gehen. Für meine politischen Aufgaben lasse ich mich gerne von der Schlagfertigkeit unserer Kinder inspirieren."

Sächsische Zeitung, 25. Juni 2021
Quelle: https://www.saechsische.de/meissen/verkehr-baustellen-meissen/elektrifizierte-zugsttecke-statt-a4-ausbau-5471029-plus.html

Elektrifizierte Zugstrecke statt A4-Ausbau

Meißner Bundestagskandidaten machen konkrete Vorschläge, wie das Verkehrschaos auf der A4 westlich von Dresden entschärft werden könnte.

Meißen. Die Autobahninfrastruktur im Raum Dresden benötige dringend Entlastung, hier könne eine Rollende Landstraße sehr schnell effektiv wirken. Das sei für ihn die bessere Lösung als ein achtspuriger
Ausbau der A4, so der Bundestagskandidat der Freien Wähler im Kreis Meißen André Langerfeld. Die Eisenbahnstrecke zwischen Hoyerswerda und Wegliniec (Kohlfurt) in Polen lasse es zu, eine effektive Rollende Landstraße zwischen dem Raum Halle-Leipzig und dem niederschlesischen Zentrum um Breslau kurzfristig einzurichten.

Weiterhin sieht es der Meißner Sozialpädagoge und Unternehmer als dringend notwendig an, insbesondere den Pendlern aus dem ländlichen Raum Alternativen zur Nutzung der Autobahn zu schaffen. Dazu gehört für ihn, die S-Bahn von Meißen oder Freiberg auf bestehenden Eisenbahnstrecken mindestens bis Nossen und besser Döbeln zu verlängern.

Eine intelligente unternehmensübergreifende ortsnahe Lagerhaltung könnte ebenfalls einzelne Lkw-Transporte vermeiden und stattdessen Sammeltransporte auf die Schiene bringen, so der 49-Jährige.
Schnittstelle könnten dafür in Sachsen und speziell im Dresdner Raum die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe sein. Zudem. müssen aus Sicht des 49-Jährigen das Maut-Erfassungssystem und Anlagen der Verkehrsüberwachung vernetzt werden, um Belastungen verlässlich vorhersehbarer zu machen und schnell mit verkehrsregelnden Maßnahmen wie einer Geschwindigkeitssteuerung eingreifen zu können.

Steffen Förster von der Ökologisch Demokratischen Partei verweist darauf, dass die häufig als Lösung genannte niederschlesische Magistrale einige Dutzend Kilometer nördlich der A4 verläuft. Die zweigleisige, nicht elektrifizierte Trasse Klotzsche-Görlitz, liege in Sachsen dagegen parallel zur A4. Diese Strecke müsste elektrifiziert werden, was auch den inzwischen eingeschlafenen internationalen Personenfernverkehr Dresden-Breslau beleben würde.

Problematisch sieht er, dass Güterbahnhöfe in erheblichem Umfang, in Meißen komplett, abgebaut worden sind, sodass Frachtgut der Eisenbahn vielerorts gar nicht mehr verladen werden könne. Außerdem habe die Deutsche Bahn schon seit Jahren nur äußerst geringes Interesse daran, gemischte Güterzüge einzusetzen.

Bundestagskandidat verschickt Briefe

Sächsische Zeitung, 17. Juni 2021
Quelle: https://www.saechsische.de/meissen/politik/bundestagskandidat-verschickt-briefe-5465329-plus.html

Der Bewerber der Freien Wähler legt im Wahlkampf ein hohes Tempo vor.
Von Peter Anderson.

Meißen. Andre Langerfeld kann es offenbar kaum erwarten. Die nach seiner Ansicht hohe Medienpräsenz von CDU-Bundestagsbewerber Sebastian Fischer ist ihm nicht geheuer. Während allgemein davon ausgegangen wird, dass der Wahlkampf erst nach den Sommerferien auf Touren kommt, legt der Meißner Sozialpädagoge und Unternehmer schon jetzt ein hohes Tempo vor. In einer Nachricht an die SZ kündigt er an, sich in einer losen Folge von Bürgerbriefen vorzustellen und zu zeigen, wofür er stehe. Langerfeld bezeichnet sich als Dienstleister für den Landkreis Meißen.

Andre Langerfeld

Er sei unabhängig und folge keiner einseitigen Partei-Ideologie. Verlässlichkeit und Ehrlichkeit sieht der Meißner als entscheidend für ein gutes Miteinander an. Zu einem persönlichen Kennenlernen im Bürgerbüro des Ortsvereins der Freien Wähler Radebeul, Altkötzschenbroda 5, lädt er am 21. Juni ein. Weitere Termine sind der 5. und 19. Juli. Das Angebot gilt immer für die Zeit von 18 bis 20 Uhr.

Im Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis Meißen sind zunächst noch sieben weitere Kandidaten: Für die AfD tritt die Bibliothekarin Barbara Lenk (38) an, für die FDP der Immobilienmakler Johannes Schmidt-Ramos (30) und der Leipziger Markus Pohle (29) für die Linkspartei. Die Grünen haben die gebürtige Nossenerin Karin Beese nominiert. Bei der CDU hat sich der Kreisverbandschef Sebastian Fischer durchgesetzt. Für die Ökologisch Demokratische Partei bewirbt sich der Meißner Museologe Steffen Förster. Die Spaß-Partei Die Partei hat Theresa Bergmann aufgestellt.

Die bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich zog ihr Mandat als Direktkandidatin zurück. Sie möchte sächsische Kinderbeauftragte werden. Die Sozialdemokraten wollen eine Nachfolgerin nominieren. 

Pandemie deckt Bildungsdefizite auf

Sächsische Zeitung, 25. Mai 2021

Das Infektionsgeschehen im Kreis beruhigt sich. Andere Themen werden wichtiger.

Meißen. Im Landkreis Meißen sind nach Angaben des Gesundheitsamtes von Sonntag auf Montag vier weitere positiv getestete Personen hinzugekommen. Damit gibt es bislang insgesamt 17.250 positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestete Personen. Von diesen befinden sich aktuell 460 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne.

Es sind zudem 294 Kontaktpersonen von positiven Fällen in behördlich angeordneter Quarantäne zu verzeichnen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert des RKI für den Landkreis Meißen beträgt heute 76,9.

Presse

38 Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises Meißen sind - unabhängig vom Status der Quarantäne - aktuell als stationär aufgenommen erfasst. Zehn von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt. 587 Personen sind bislang verstorben. Damit gibt es gegenüber den Vortagen keine weiteren Verstorbenen.

Im Landkreis angekommen ist unterdessen auch die Diskussion um die Folgen der Pandemie für das Bildungswesen. “Die Coronazeit legt die Bildungs- und Entwicklungsdefizite schonungslos offen”, schreibt der Sozialpädagoge und Bundestagskandidat der Freien Wähler André Langerfeld. Die Situation ist angespannter und anstrengender als sonst, für die Kinder als auch die sozialpädagogischen Fachkräfte. In Sachsen müssen Erzieher so viele Kinder gleichzeitig betreuen wie in keinem anderen Bundesland. Sachsen ist damit bundesweit Schlusslicht.

Damit Kinder individuell gefördert und kindgerecht betreut werden können, braucht es Langerfeld zufolge einen kindgerechten realen Personalschlüssel. “Davon sind wir in Sachsen weit entfernt. Kommunen als Träger unterliegen meist wirtschaftlichen Zwängen und können das nötige Personal nicht vorhalten”, so der Familienvater. Ein kindgerechter Betreuungsschlüssel werde aus seiner Sicht aktuell von Landespolitikern verhindert. (SZ/pa)

Sächsische Zeitung, 14. Mai 2021
Quelle: https://www.saechsische.de/meissen/politik/kinder-und-familien-vernachlaessigt-5441819-plus.html

“Kinder und Familien vernachlässigt”

Die mit Corona verbundenen Probleme sind im Meißner Wahlkampf angekommen. Der Kandidat der Freien Wähler meldet sich zu Wort.

Von Peter Anderson

Meißen. “Alle Kinder sind systemrelevant. Kinder brauchen Kinder, sie brauchen ihre Lehrer, Erzieher und Wegbegleiter”, sagt der Sozialpädagoge André Langerfeld, der als Erzieher an einer Grundschule arbeitet.

André Langerfeld, Direktkandidat der Freien Wähler, hat selbst zwei schulpflichtige Töchter und sieht täglich die Folgen von strikten Kontaktbeschränkungen.

“Das Wohlergehen und die sozialen Kontakte der Kinder und Familien werden in den Regierungsgremien auf Landes- und Bundesebene völlig vernachlässigt. Vor allem Sport und Bewegung sind gar nicht oder nur eingeschränkt möglich. Das ist völlig inakzeptabel”, sagt Langerfeld. Der Ernst der Lage werde nicht erkannt, die soziale Kluft in den Schulen sei deutlich gewachsen. Eltern, Schüler und Pädagogen seien am Limit. Absehbar wären massive psychische Auffälligkeiten, psychosomatische Störungen, Entwicklungs- und Lerndefizite. Gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund von Bewegungsmangel und soziale Kontaktvermeidung sind aus seiner Sicht zunehmend sichtbar.

“Es braucht einen nationalen Kraftakt im Bereich Bildung. Nicht zulasten von Kindern, Eltern und Kommunen, sondern auskömmlich und unbürokratisch finanziert von Bund und Ländern”, so Langerfeld. Er möchte den kommunalen Fokus nach Berlin tragen. Ein Schritt, der längst überfällig sei und den die sogenannten Volksparteien längst aus den Augen verloren hätten.

WochenKurier, 08. Mai 2021
Quelle: http://www1.wi-paper.de/book/read/id/000308F46D0A4CB5

André Langerfeld

Freie Wähler haben Kandidaten für Bundestagswahl nominiert

MEISSEN (pm). In einer Mitgliederversammlung haben die Freien Wähler im Kreis den Meißner Andre Langerfeld als Kandidaten für die Bundestagswahl am 26. September nominiert. Die Schwerpunkte in seiner Rede waren Bürokratieabbau und effiziente pauschalierte Bundesförderprogramme. “Die Bürokratie darf nicht länger der größte Feind der Demokratie sein. Da muss sich endlich etwas ändern im Sinne der Kommunen und Daseinsfürsorge”, sagt Andre Langerfeld. Auf die Frage, was ihn eignet als Direktkandidat für den Landkreis Meißen sagt er kurz: “Lebenserfahrung”. Der 49-jährige Meißner möchte seine Lebenserfahrung als Familienvater von drei Töchtern, als Erzieher, als Unternehmer und Kulturschaffender einbringen. Andre Langerfeld ist dankbar für den deutlichen Rückenwind aus dem Freie Wählerverband im Landkreis Meißen und bereit für eine starke Wahlkampagne. Er habe sich aus seiner Überzeugung heraus beworben, dass im Bundestag eine vernünftige Partei der Bürger fehle, die die Interessen der Kommunen vertrete. Er sagt: “Nein, ich habe keine parlamentarische Berufs- oder Verwaltungserfahrung, aber vielleicht ist das auch gut so oder mein Vorteil. Ich denke der Perspektivwechsel von einem lebenspraktischen und pragmatischen Unternehmer und Familienmenschen ist im Bundesparlament dringend nötig. Eine fachliche Expertise von mir als Erzieher zum Thema Bildung könnte so manche Debatte bereichern”.

Die Vorsitzende der Freie Wähler Kreisvereinigung, Brit Reimann-Bernhardt sagt: “Mit seinen Schwerpunktthemen Wirtschaft, Bildung, Familie und starke Kommunen trifft er den Nerv der Zeit und wird die richtigen Impulse setzen im Interesse der Bürger im Landkreis Meißen. Er ist wählbar als einer für alle.” "Haltung zeigen, dass ist mir besonders wichtig. Haltung zeigen, statt nur leere Luftblasen und populistische Forderungen.

Ich lade Sie ein, sich auf meiner Webseite einen Überblick über meine Haltung zu verschiedenen Themen zu verschaffen, die wichgtig für uns alle sind", fügt Langerfeld hinzu.

Bewerberfeld für Bundestag wird bunter

Sächsische Zeitung, 28. März 2021
https://www.saechsische.de/meissen/politik/bewerberfeld-fuer-bundestag-wird-bunter-5409429.html

Die Freien Wähler schicken den Meißner Andre Langerfeld ins Rennen, der mit einer unvoreingenommenen Herangehensweise für frischen Wind in Berlin sorgen möchte.

Meißen. In einer alle Corona-Vorgaben erfüllenden Mitgliederversammlung haben die Freien Wähler im Kreis den Meißner Andre Langerfeld als Kandidaten für die Bundestagswahl am 26. September nominiert. Er hatte zuvor mit einer zahlreiche Themen umfassenden Bewerbungsrede beeindruckt.

„Mit Andre Langerfeld sehen wir die ganz große Chance, kommunale Ideen auch nach Berlin zu tragen“, sagt Brit Reimann-Bernhardt, Teil des Vorstandes der Freien Wähler im Landkreis Meißen. Die Schwerpunkte in seiner Rede waren Bürokratieabbau und effiziente pauschalierte Bundesförderprogramme. „Die Bürokratie darf nicht länger der größte Feind der Demokratie sein. Da muss sich endlich etwas ändern im Sinne der Kommunen und der Daseinsfürsorge“, sagt Andre Langerfeld.

Spenden für André Langerfeld

Mit fachlicher Expertise Debatte bereichern

Auf die Frage, was ihn als Direktkandidat für den Landkreis Meißen auszeichne, sagt er kurz: „Innovation“. Der 49-jährige Meißner möchte seine Lebenserfahrung als Familienvater von drei Töchtern, als Erzieher, als Unternehmer und Kulturschaffender einbringen.

Andre Langerfeld ist dankbar für die deutliche Unterstützung aus der Kreisvereinigung, der Kreistagsfraktion und Wählervereinigungen bzw. Bürgerinitiativen im Landkreis Meißen und bereit für eine starke Wahlkampagne. Er habe sich aus seiner Überzeugung heraus beworben, dass im Bundestag eine vernünftige Partei der Bürger fehle, die die Interessen der Kommunen vertrete. Er sagt: „Nein, ich habe keine parlamentarische Berufs- oder Verwaltungserfahrung, aber vielleicht ist das auch gut so oder mein Vorteil. Ich denke, der Perspektivwechsel von einem lebenspraktischen und pragmatischen Unternehmer und Familienmenschen ist im Bundesparlament dringend nötig. Eine fachliche Expertise von mir als Erzieher könnte so manche Debatte bereichern“.

Im anstehenden Wettbewerb um das Meißner Direktmandat für einen Sitz im Bundestag stehen bereits fünf Konkurrenten für Langerfeld fest. Mit den Themen Kinderarmut, Demokratie und Sozialstaat will Susann Rüthrich (43) für die SPD ein Mandat erringen. Die CDU hat sich für den früheren Landtagsabgeordneten Sebastian Fischer (39) entschieden. Für die AfD tritt die Bibliothekarin Barbara Lenk (38) an, für die FDP der Immobilienmakler Johannes Schmidt-Ramos (30) und der Leipziger Markus Pohle (29) für die Linkspartei.

 

Neubeginn für Freie Wähler: Partei wählt neuen Vorstand

Süddeutsche Zeitung, 28. März 2021

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Leipzig (dpa/sn) - Die Freien Wähler (FW) in Sachsen haben eine neue Führungsspitze. Der Leipziger Jurist Thomas Weidinger (59) wurde auf einem außerordentlichen Parteitag in Leipzig zum neuen Vorsitzenden gewählt, wie die Partei am Sonntag bekanntgab. Stellvertreterin ist die Psychologin Brit Reimann-Bernhardt aus Meißen. Zum fünfköpfigen Vorstand gehören ferner die Physiotherapeutin Claudia Drechsel aus Podelwitz (Nordsachsen), Pfarrer Anselm Meyer aus Zwickau sowie der Jurist Günther Hutschalik aus Bautzen. Von insgesamt 13 Kreisvereinigungen seien 10 in Leipzig vertreten gewesen, hieß es.

Presse - Neubeginn für Freie Wähler: Partei wählt neuen Vorstand

Die Neuwahl war erforderlich, weil zum Jahresende 2020 vier der fünf Vorstandsmitglieder die Partei verlassen hatte. Als einzige blieb Denise Wendt übrig, die auch im Bundesvorstand der Freien Wähler sitzt und in Sachsen künftig als jugendpolitische Sprecherin der FW an den Vorstandssitzungen teilnehmen soll. Der neue Vorstand dankte Wendt, dass sie die Freien Wähler in schwierigen Zeiten auf Kurs gehalten habe. Die Partei hat nach eigenen Angaben um die 100 Mitglieder.

"Das ist ein Neubeginn für die Freien Wähler in Sachsen. Wir stehen in der Mitte des bürgerlichen Parteienspektrums und streben zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden Sachsens eine enge Zusammenarbeit mit Bürgermeistern, Kommunalpolitikern und Wählervereinigungen an. Wir suchen pragmatische Lösungen statt zu verunsichern und zu polarisieren", erklärte Weidinger.

Die Freien Wähler und Wählervereinigungen sind traditionell vor allem in den Kommunen stark. Bei den Gemeinderatswahlen 2019 erreichten sie in Sachsen 25,8 Prozent der Stimmen und mehr als 3000 Mandate. Da Wählervereinigungen nicht bei der Landtagswahl antreten dürfen, wurde die Landesvereinigung Freie Wähler Sachsen als Partei gegründet. Sie trat erstmals 2014 an und erreichte dabei 1,6 Prozent der Stimmen. 2019 konnte sie das Ergebnis mehr als verdoppeln (3,4 Prozent).

Sächsische Zeitung, 01. März 2021

Was Freie Wähler in Radebeul planen

Fraktion und Ortsverband haben das vorige Jahr resümiert und ihre Ziele für 2021 festgelegt.

Radebeul. Varianten für die Sanierung der Schwimmhalle zu erarbeiten und gegebenenfalls einen Neubau gemeinsam mit der Stadt Coswig zu prüfen, mit der Nachbarstadt einen attraktiven Kreisverkehr in Höhe Mega-Drome im Rahmen des Neubaus der Straße Nach der Schiffsmühle zu planen sowie den Flächennutzungsplan zu überarbeiten - diese Vorhaben hat die Radebeuler Stadtratsfraktion Freie Wähler im vorigen Jahr durch Anträge angestoßen.

“Weitere Themen waren, den maroden Fußweg zwischen Johannisbergstraße und Schloss Wackerbarth nach der Fahrbahnerneuerung der Meißner Straße ebenfalls instand zu setzen sowie für den mittleren Abschnitt der Bahnhofstraße nach Wünschen von Bürgern und Händlern Varianten zur Einrichtung von Parkplätzen vorzulegen”, bilanziert Fraktionschefin Eva-Maria Schindler. Zudem haben die Freien Wähler beantragt, Bewegungsangebote für Jung und Alt auf Spielplätzen zu schaffen. “Die Stadtratsarbeit aktiv mitzugestalten, Anträge zu uns wichtigen Themen einzubringen, ist unser Selbstverständnis”, berichtet Schindler.

Die Freien Wähler hatten personelle Veränderungen in Fraktion und Ortsverband zu verzeichnen. “Einen großen Verlust erlitten wir mit dem Ableben unseres langjährigen Mitgliedes Roland Schreckenbach im Herbst vergangenen Jahres”, bedauert Schindler.

Wasapark und Sanierungsgebiet

Beim gewünschten Umbau des Bürokomplexes Wasapark zu einem Wohnquartier sehen die Freien Wähler die Zielstellungen der Stadt auf einem guten Weg. In diesem Jahr müsste zügig die planungsrechtliche Grundlage geschaffen werden. “Grundziel ist es, den städtebaulichen Anachronismus der 1970er-Jahre zu beseitigen”, so Schindler. Sie appelliert, den bisher erreichten Konsens zwischen den Stadtratsfraktionen nachhaltig in den weiteren Planungsschritten zu festigen und die Öffentlichkeit angemessen einzubeziehen. “Wir bringen uns als Freie Wähler weiter aktiv ein, Klima- und energetische Ziele für das Vorhaben festzulegen und dem Stadtquartier ein Gesicht zu geben, das der städtebaulichen Zukunft Radebeuls gerecht wird”, teilt Schindler mit.

Das Sanierungsgebiet Radebeul-West ist seit Planungsbeginn ein Schwerpunktthema für die Freien Wähler. “Wir setzen uns engagiert dafür ein, auf den Fußwegen der Bahnhofstraße ein attraktives Umfeld für ein lebendiges Einkaufs- und Marktleben und mit dem Bahnhofsvorplatzz einen Ort zu schaffen, der der Einkaufsstraße seinen kulturellen und funktionellen Anker gibt”, berichtet Schindler. Auch der Ortsverband hat verschiedene Projekte in der Pipeline wie Wohnen in Radebeul, Jugendarbeit und anderes mehr.

Neuansiedlungen möglich

Die Fraktion unterstützt aktiv die Stadt bei ihren Bemühungen, dem durch Corona verstärkten wirtschaftlichen Druck auf die ansässigen Händler zu begegnen und Neuansiedlungen zu ermöglichen. Hierzu zählen unter anderem die geplanten Feste und Formate der Veranstaltungsreihe Radebeuler Lebensart. Die Hoffnung ist, dass dadurch wieder zunehmend Normalität in den Alltag einzieht und mit Lebensfreude und Kaufkraft die Bürger so den ansässigen Händlern, Gastwirten und Künstlern die Existenzgrundlage ermöglichen. “In diesem Sinne erledigen wir engagiert unsere Arbeit im Stadtrat und im Ortsverband”, versichert Schindler und wünscht allen Geduld, Zuversicht und Gesundheit. (SZ/sku)

Sächsische Zeitung, 29. August 2019
https://www.saechsische.de/plus/rentenpunkte-fuer-ehrenamtler-5111852.html

Rentenpunkte für Ehrenamtler

Andre Langerfeld tritt für die Freien Wähler als Landtagskandidat an.

Von Birgit Ulbricht

Landkreis. Was hat Andre Langerfeld mit dem Thiendorfer Bürgermeister Dirk Mocker, der Bürgermeisterin Carola Balk aus Diera-Zehren und dem Großenhainer OB Sven Mißbach gemeinsam? Alle sind Freie Wähler. Auch im Kreistag haben sie Frakti­onsstärke, und doch werden die Parteilo­sen weniger als Gruppe wahrgenommen als andere Parteien. Die Landeszentrale für politische Bildung traut den Freien Wähler am Sonntag nicht zu, die Fünf-Prozent-Hürde zu reißen und ließ deren Direktkandida­ten für den Wahlkreis Großenhain/Radeburg daher nicht zum Wahlforum zu. „Ab­gestufte Chancengleichheit“ nennt sich das. Er blieb damit als einziger Direktkan­didat außen vor. „Undemokratisch“ war noch die mindeste Bezeichnung, die die

Freien Wähler daraufhin für dieses Vorgehen übrig hatten. Gegen „Parteienideolo­gie“ will Andre Langerfeld daher auch Vor­gehen, mal konkret bei den Bürgern blei­ben. Was das heißt, fragen wir ihn? Zum Beispiel, Gelder bewusst an Vereine umlen­ken oder besonders aktiven Ehrenamtlern Rentenpunkte anerkennen, weil die einen ungeheuren Teil der Arbeit leisten würden.

Freistaat nicht heraushalten

Überhaupt müsste Bildung mehr Wert sein. Zwar fordern die Freien Wähler kei­nen kostenlosen Kita-Besuch, die Eltern sol­len schon ihren Teil beibringen, aber der solle vielleicht bei zehn Prozent liegen. Jetzt habe sich der Freistaat Sachsen aus der Finanzierung herausgehalten, weil er seinen Anteil gedeckelt hat und steigende Kosten bei Eltern und und Gemeinden lan­den. Daher auch die häufiger gewordenen Diskussionen in Stadt- und Gemeinderäten um höhere Elternbeiträge. Das haben auch noch die Großenhainer Stadträte im Ohr. Die Dispute waren zuletzt ein Auslöser, dass etliche Stadträte nicht mehr für die CDU, sondern für eine Bürgerliste antraten. Die Freien Wähler haben ein Regie­rungsprogramm, das immerhin in einen Flyer passt. Mut-Bürger nennen sie sich in Anlehnung an die Wut-Bürger und plädie­ren für die Grundrente für alle, gleiche Be­zahlung in ambulanter und stationärer Pflege, die Rentenanpassung Ost/West, 1500 neue Polizisten, die bessere persönli­che Ausrüstung der Polizei und das Ent­schlacken von Aufgaben wie Schwerlast­verkehr begleiten, die die Polizei von der Kriminalitätsbekämpfung abhalten. Kos­tenfreies Bus- und Bahnfahren, wenn jemand im Alter den Führerschein abgibt oder Handwerksunterricht ab Klasse 5. Vieles ließe sich aufzählen, vielleicht der Punkt, den 8. März als Frauentag zum Fei­ertag zu machen. Eine Forderung, die man­cher wohl bei der Linken verorten würde.

Auf Erzieher umgesattelt

Andre Langerfeld hat persönlich auch ins Leben geschaut. Er ist 47 Jahre alt, Instand­haltungsmechaniker gelernt, hat aber vor ein paar Jahren auf Erzieher umgesattelt und arbeitet jetzt in der ambulanten Fami­lienhilfe und für einen freien Bildungsträ­ger in der JVA Zeithain, Torgau, Dresden. Er ist Vater von drei Kindern, eines ist aktiv im Speedskating in Meißen dabei. Da kennt er die Großenhainer Rollsportler natürlich auch persönlich. Langerfeld wohnt seit zehn Jahren in Meißen. Sein berufliches, aber auch persönliches Netzwerk durch den Sport bescherte Langerfeld den Wahl­kreis 38. Das wiederum hat er mit dem Kandidaten der Grünen, Thomas Berndt aus Radebeul gemeinsam, der durch den Laufsport zu Großenhain kam.

Sächsische Zeitung, 29. August 2019

Sechs Bürgermeister bei Freien Wählern

Der Kreisverband kann erneut alle Wahlkreise mit Kandidaten besetzen.

Meißen. Bürgernah und parteiunabhängig – unter dieser Zeile hat jetzt der Kreisverband Meißen der Freien Wähler seine Liste für die Kreistagswahl am 26. Mai vorgestellt. Ein repräsentativer Querschnitt der Gesellschaft spiegele sich in den zahlreichen Bewerbern um ein Mandat wieder, heißt es weiter. Dazu zählten diplomierte Mathematiker, Handwerksmeister, Therapeuten, Pädagogen, Angestellte und Ingenieure. Insgesamt sechs Bürgermeister treten zudem für die Freien Wähler an, darunter der Großenhainer Oberbürgermeister Sven Mißbach sowie die Bürgermeisterin von Diera-Zehren Carola Balk. Bislang waren Bürgermeister vor allem auf der CDU-Liste zu finden.

„Wir konnten in diesem Jahr wieder alle Wahlkreise besetzten“, sagt der Vorsitzende des Kreisverbandes Meißen Uwe Wittig. Zahlreiche Kandidaten verfügen über langjährige Erfahrungen in der Kommunalpolitik als Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte. Alle vom Freie-Wähler-Kreisverband eingereichten Wahlvorschläge wurden nach dessen Angaben vom Kreiswahlausschuss zugelassen.

Der Kreisverband der Freien Wähler wurde bereits 2008 unter dem späteren langjährigen Vorsitzenden Bernd Uhlemann aus Radebeul gegründet und existiert bis heute durchgehend. Die Kreisvereinigung der Freien Wähler dagegen wurde im Herbst des vergangenen Jahres unter der neuen Vorsitzenden Brit Reimann-Bernhardt wieder ins Leben gerufen. Der Kreisverband, welcher entsprechend seiner Satzung auch die Kandidaten zur Kreistagswahl stellt, steht sozusagen für die Vereinsebene der Freien Wähler, die Kreisvereinigung für die Partei. (SZ/pa)

Sächsische Zeitung, 12. August 2019
https://www.saechsische.de/plus/wir-dulden-weder-links-noch-rechtsradikale-5105702.html

„Wir dulden weder Links- noch Rechtsradikale“

Brit Reimann-Bernhardt

Brit Reimann-Bernhardt ist Vorsitzende der Kreisvereinigung Meißen der Freien Wähler. Sie tritt als Direktkandidatin im Wahlkreis 39 (Meißen) für die Landtagswahl an.

Die promovierte Diplompsychologin arbeitet als Referentin für Schulentwicklung bei der Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Die 45-Jährige ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Klipphausen.

Frau Reimann-Bernhardt, in den 60 Landtagswahlkreisen gibt es Wahlforen der Landeszentrale für politische Bildung, bei denen die Direktkandidaten der Freien Wähler nicht eingeladen sind. Wie sehr ärgert Sie das?

Meine Kraft benötige ich für den Wahlkampf, da ist mir reiner Ärger zu destruktiv. Ich habe mit dem Behördenleiter Roland Löffler zu diesem Thema sehr konstruktiv telefoniert. Natürlich möchte ich gerne meine Themen in ein solches Forum einbringen. Aufgrund der zunehmenden Vielfalt der Parteienlandschaft werden wir aus meiner Sicht in Zukunft ohnehin andere Formen für solche Foren finden müssen. Das geht aber nicht auf die Schnelle und mitten im Wahlkampf. 

Richtig ärgert mich, dass die Darstellung in Ihrer Zeitung den Leserinnen und Lesern suggeriert: Es gibt nur sechs Direktkandidaten pro Wahlkreis. Die Wahl wird noch immer von den Wählern entschieden.

Wir haben uns an dem Format der Landeszentrale für politische Bildung orientiert. Sie haben gegen die Behörde vor dem Verwaltungsgericht erfolglos geklagt. Das Gericht sieht für Sie keine Chance, in den Landtag zu kommen.

Ein Gericht kann auch nur die Prognosen der Umfrageinstitute zur Kenntnis nehmen und für sich interpretieren. Die Landtagswahl wird aber am 1. September entschieden und nicht in den Umfragen. Es wird schwer, die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen, aber das zu schaffen, sind wir angetreten.

Haben Sie Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt? Wie geht es weiter?

Der Vorstand hat nach langer Überlegung keine Beschwerde beim OVG eingelegt, obwohl es zwei Ansatzpunkte gab: es geht erstens um die Direktkandidaten. Da waren bereits 2014 einige stärker als die der Grünen oder der FDP. Zweitens will das Konzept der Landeszentrale Vielfalt zeigen. Da gehören aus unserer Sicht dann eben alle Direktkandidaten dazu.

Sie sagen, bei Ihnen gehe es demokratischer zu als bei den Parteien. Können Sie das bitte erläutern?

Was die Freien Wähler aus meiner Sicht als Alleinstellungsmerkmal haben, ist die starke Verzahnung zwischen kommunalen und landesweiten Strukturen. Das Engagement vieler Leute in den Kommunen gerät aber immer immer wieder an eine gläserne Decke. 

Dadurch, dass viele Belange in den Kommunen landespolitisch mitbestimmt werden, ergab sich die Notwendigkeit der Gründung einer schlanken Partei. Wir wollen landespolitisch die kommunalen Themen hörbar ansprechen und mit entscheiden können. Bei vielen anderen Parteien war der Weg genau andersherum. Dadurch erleben wir bei uns auch viel weniger starke Hierarchie und Parteilogik.

Was ist der politische Unterschied zur AfD und zur CDU? Es ist anzunehmen, dass viele Ihrer Wähler aus deren Nähe kommen, oder?

Wir werden nach der Wahl sehen, wer uns gewählt hat. Ich hoffe, wir können viele von uns und unserer Arbeit überzeugen – kommunalpolitisch haben wir das gezeigt. Wir bieten eine konstruktive Wahlmöglichkeit, damit Protest in der Wahl nicht nötig ist. Da ist es grundsätzlich erst einmal egal, woher die Wähler kommen: Nicht-Wähler, die nicht wahrgenommenen Menschen, die Verzweifelten, die Orientierungslosen, die sich im Moment schwertun, die vorhandenen Parteien zu wählen. 

Sie können uns wählen, weil sie wissen, dass wir in unseren Reihen weder Links- noch Rechtsradikale dulden und wir uns sachbezogen den Themen zuwenden. Bei uns sind alle Fragen erlaubt, es wird kein Thema abgewertet, solange die Auseinandersetzung sachlich, auf rechtsstaatlichen Prinzipien und menschenwürdig stattfindet. Mit Angstmache und Protest kommen wir da nicht weiter.

Wie schätzen Sie aktuell den Wahlkampf im Landkreis Meißen ein?

Ich treffe viele Menschen, die sich gesellschaftlich, politisch engagieren, und viele, die diskutieren und Interesse an Veränderung haben. Das erlebe ich bereits seit mehreren Monaten. Menschen aus allen Generationen kandidieren für politische Gremien, füllen Ehrenämter aus, das zu erleben, macht Freude.

 In Klipphausen ist gleichzeitig jetzt Wahlkampf für das Amt des Bürgermeisters. Da merke ich, es gibt Unterschiede zwischen beiden Wahlkämpfen. Die Kandidaten organisieren Veranstaltungen, die Menschen interessieren sich, kommen, hören zu, fragen nach und diskutieren.

Landespolitik erleben die Menschen oft weit weg, da könnten sie eh keinen Einfluss nehmen, denken sie. Wir Freien Wähler sehen das anders, gehorchen keiner Parteilogik, sondern arbeiten themenbezogen. Wir geben den Bürgern auch Rückmeldungen, was umgesetzt werden konnte und was – aus welchen Gründen auch immer – bisher nicht. Unsere Stärke ist, dass wir in den Kommunen ständig unterwegs sind und nicht nur dort auf Besuchstour.

Was sind Ihre wichtigsten Botschaften?

Meine wichtigsten Botschaften sind: Ich will und kann was tun. Dazu möchte ich auffordern und Mut machen. Wir brauchen wieder mehr Bürgerbeteiligung – die Kommunen benötigen mehr Selbstverwaltung, denn sie wissen am besten, wie die Prioritäten vor Ort gesetzt werden müssen. Dann werden sich auch die Menschen wieder mehr einbringen.

Dabei liegen mir die Dörfer, also der ländliche Raum, besonders am Herzen. Wir benötigen wieder mehr Orte, an denen sich Menschen begegnen. Da denke ich an die Arztpraxis genauso wie an den Laden, die Kneipe, den kirchlichen und kommunalen Begegnungsraum. 

Ich setze mich dafür ein, dass diese realen Räume zum Einanderbegegnen, zum Austausch genutzt werden. Virtuelle anonyme Räume reichen nicht aus für ein friedliches und soziales Miteinander. Ich setze mich für mehr Gemeinwohlorientierung und menschengerechte Politik ein, jeder Mensch ist gleich würdig.

 Um die rasanten Entwicklungen bewältigen zu können, benötigen wir in erster Linie auch Bildung, lebenslanges Lernen, Recht auf Weiterbildung, Unterstützung der Familien in allen Lebensphasen – vorgeburtlich bis zur Pflege der Angehörigen.

Mit welchem Ergebnis rechnen Sie für sich persönlich?

Wir haben die Sicherheit von Prognosen erlebt bei der Wahl des US-Präsidenten oder dem Volksentscheid zum Brexit. Ich bin dankbar für die letzten Monate, die Ergebnisse der Kommunalwahlen, die Begegnungen, Gespräche und dass meine Meinung, mein Engagement zählt. 

Und bei allen Prognosen – die Wahl wird am 1. September entschieden, und wie wir wissen, trifft die Statistik nicht auf den Einzelfall zu, Ausnahmen bestätigen die Regel. Warten wir es ab.

Es fragte Ulf Mallek.

Sächsische Zeitung, 12. Juli 2019
https://www.saechsische.de/plus/wir-sind-selbst-das-volk-5093996.html

„Wir sind selbst das Volk“

Die Freien Wähler treten mit vier Direktkandidaten im Kreis an. Obwohl Individualisten, haben sie ein gemeinsames Ziel.

Landkreis Meißen. Irrational sei die Stimmung im Landkreis derzeit. Das stört den Mathematiker in Bernhard Kroemer, und deshalb tritt er an. Zur Landtagswahl will es der 66-Jährige noch einmal wissen. Den Wahlkreis rund um Radebeul möchte der frühere Coswiger Bürgermeister für die Freien Wähler gewinnen. Seinen Hauptgegner nennt er klar beim Namen. „Ich möchte die AfD so klein wie möglich halten“, sagt der Kreisrat. Die Alternative vergiftet in seinen Augen mit Polemik und Populismus die Gesellschaft.

Ein gutes Beispiel liefert der Riesaer AfD-Landtagskandidat Carsten Hütter. Wer die Einträge auf dessen Facebook-Seite ernst nimmt, dürfte im Dunkeln nicht mehr auf die Straße gehen oder ein Freibad im Kreis besuchen, da Übergriffe ausländischer Straftäter drohen. Fakt ist: Der Ausländeranteil im Kreis Meißen liegt derzeit bei rund drei Prozent. Seit 2012 geht zudem die Kriminalität kontinuierlich zurück und erreichte im vergangenen Jahr den niedrigsten Stand seit 2009.

Gegenüber von Bernhard Kroemer hat Dieter Wamser am SZ-Redaktionstisch Platz genommen. Er kandidiert im Großraum Riesa. Bekanntheit hat der 66-Jährige als Vorkämpfer für verbesserten Hochwasserschutz an der Elbe erlangt. In Bezug auf die AfD könne er Bernhard Kroemer nicht folgen, sagt der Kommunalpolitiker. Er trete nicht gegen eine bestimmte Partei an, sondern für eine Sache.

„Auf kommunaler Ebene sind wir als Freie Wähler aus den Gemeinde- und Stadträten mittlerweile nicht mehr wegzudenken“, sagt Wamser. Dafür sei vor allem die fachliche Kompetenz der Abgeordneten verantwortlich. Genau mit diesem Pfund wolle man künftig auch im Landtag wuchern. CDU, SPD, Linke und Bündnisgrüne agierten dort zunehmend abgehoben.

Er müsse immer lachen, wenn deren Politiker erklärten, sie hätten das Ohr am Volk. „Da sind wir noch viel näher dran. Wir sind nämlich selbst das Volk“, so der Diplom-Ingenieur. Die Berufspolitiker müssten endlich wieder lernen, auch andere Meinungen zuzulassen.

Einzige Frau im Quartett ist Britt Reimann-Bernhardt. Mit ihrer grünen Hose sticht die Diplom-Psychologin auch farblich heraus. Ausgangspunkt für ihr politisches Engagement war ein Treffen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft auf Gut Gödelitz in der Lommatzscher Pflege.

Einig waren sich alle in dem Unbehagen über das Abdriften von Teilen der Gesellschaft hin zu politischen Extremen. „Für mich hat sich im Anschluss die Frage gestellt, wie es nun weitergeht. Ich wollte es nicht beim Reden belassen“, sagt die Mittvierzigerin.

Bei den Freien Wählern bemerke sie einen deutlichen Unterschied zu den etablierten Parteien. Es werde viel lebhafter diskutiert und gestritten. Niemand drücke von oben etwas durch. Es herrsche eine größere Vielfalt.

Die Mutter von vier Kindern und Kandidatin für den Wahlkreis Meißen wünscht sich, dass nicht immer nur über Geld gesprochen wird, sondern mehr über Ideen und Konzepte. „Bloß weil statt einer Kreidetafel eine digitale Tafel an der Wand hängt, lernen die Kinder nicht besser.“

Bildung stellt auch ein zentrales Thema für André Langerfeld dar. Energisch drängt der 47-Jährige beim Gespräch in der SZ-Redaktion darauf, die programmatischen Inhalte der Freien Wähler populärer zu machen.

Der Unternehmer kritisiert die Zwei-Klassen-Gesellschaft im sächsischen Schulsystem. Es müsse dringend für mehr Bildungsgerechtigkeit gesorgt werden. „Das fängt schon in den Kitas an“, sagt Langerfeld. Der Freistaat habe die Pflicht, Krippen und Kindergärten auskömmlich zu finanzieren. Die im Gesetz festgelegte Selbstverwaltung könnten viele Kommunen gar nicht wahrnehmen, da ihnen dafür die finanziellen Mittel fehlten.

Parallel sieht der Kandidat für den Wahlkreis rund um Großenhain ein Demokratiedefizit in Sachsen. Das zeige sich selbst bei der Landeszentrale für politische Bildung. Diese hat die Kandidaten der Freien Wähler kurzerhand von ihren Diskussionsforen in den Wahlkreisen ausgeschlossen. Begründung: Sie seien politisch unbedeutend. „Irrational“ würde das wohl Mathematiker Bernhard Kroemer nennen.

 

Sächsische Zeitung, 11. Juli 2019
https://www.saechsische.de/wir-sind-nah-dran-an-den-problemen-der-menschen-5017224.html

„Wir sind nah dran an den Problemen der Menschen“

Die Freien Wähler haben wieder einen Kreisverband Meißen gegründet und rechnen sich gute Chancen bei den Wahlen aus.

Frau Reimann-Bernhardt, welchen Anstoß gab es für Sie, in Meißen wieder einen Kreisverband der Freien Wähler zu gründen?

Ausgangspunk war ein Treffen von etwa 40 Bürgerinnen und Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft auf Gut Gödelitz. Einig waren wir uns alle in dem Unbehagen über das Abdriften von Teilen der Gesellschaft hin zu politischen Extremen. Dem wollen wir ideell etwas entgegensetzen. So entstanden die ersten Gödelitzer Impulse.

Das müssen Sie näher erklären.

Es handelt es sich um eine Sammlung von Gedanken, Anregungen, Forderungen zu unterschiedlichen Bereichen wie Demokratie, Heimat oder Bildung. Die Gödelitzer Impulse sollen kein fertiges Programm liefern, sondern eine Basis bilden, auf der sich weiter diskutieren und arbeiten lässt.

Wo kommen die Freien Wähler ins Spiel?

Nachdem die Gödelitzer Impulse in der Landespressekonferenz vorgestellt wurden, hat sich für mich die Frage gestellt, wie es nun weitergeht. Ich wollte es nicht beim Reden belassen, sondern tätig werden. Die Begegnung in Gödelitz mit Pfarrer Anselm Meyer aus Zwickau und Bernd Gerber aus Werdau lieferte bereits im Sommer die Anregung, in diese Richtung weiterzugehen.

Was haben die Freien Wähler, was andere Parteien nicht haben?

Ganz grundsätzlich sind sie sehr unterschiedlich von ihren Mitgliedern her und gleichzeitig bodenständig. Ich habe das Gefühl, dass sie nah dran sind an den Menschen und die Probleme verstehen, welche die Menschen in den Dörfern und Städten bewegen. Das Schubladendenken in Links und Rechts wird aufgebrochen, und es gibt nicht diese typischen Karrieren als Parteisoldaten, die sie anderswo finden.

Trotzdem wollen die Freien Wähler ja bei den Landtagswahlen 2019 antreten und dabei eventuell von dem Schwung aus Bayern profitieren, wo sie mittlerweile an der Regierung beteiligt sind.

Bayern ist tatsächlich ein Sonderfall. Die Freien Wähler haben in den vergangenen Jahren im süddeutschen Raum sehr stabile und gut funktionierende Strukturen entwickeln können. Aktuell stellen sie in Bayern allein zehn Landräte. Damit können wir uns nicht vergleichen. Ein Engagement im Landtag halte ich trotzdem für richtig und wichtig, weil die Kommunalpolitiker dort einfach Vertreter und Ansprechpartner aus den eigenen Reihen benötigen. Ohne die geht es nicht.

Wie organisiert die neue Kreisvereinigung ihre Arbeit?

Im Vorstand haben wir – denke ich – eine gute Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und neuen Leuten hinbekommen. Eine erste Aufgabe ist jetzt, thematische Schwerpunkte festzulegen. Wir möchten uns stark machen für wohnortnahe Schulen oder auch für unfallsichere Verkehrswege und Infrastrukturen auf dem Land. Also für die ganz praktischen Dinge, die vielen Leuten auf den Nägeln brennen.

An welchen Wahlen werden sie sich beteiligen?

Im Blick haben wir jetzt die Kreistagswahlen und die Kommunalwahlen in den Gemeinden. Dafür suchen wir noch Kandidaten. Aus meiner Sicht gibt es die viel beschworene Politikverdrossenheit so gar nicht. Verdrossen sind gerade junge Menschen eher über die eingefahrenen Strukturen bei den Parteien, über den geifernden Ton in der politischen Auseinandersetzung, die gegenseitigen Blockaden. Diesen enttäuschten Wählern wollen wir Mut machen, sich wieder einzubringen, sich in der Politik selbst zu verwirklichen.

Wie stehen die Freien Wähler zu bereits existierenden Initiativen wie den Bürgern für Meißen, die mit Frank Richter fast ihren Kandidaten für das Meißner Oberbürgermeisteramt durchgesetzt hätten?

Kontakte zur Meißner Bürgerinitiative und zu den Freien Wählern z.B. in Radebeul haben wir bereits geknüpft, aber uns geht es um ein breites Bündnis. Wir möchten Leute einbinden und gewinnen, die nicht polarisieren und konfrontativ arbeiten, sondern von ihrer Persönlichkeit her geeignet sind, das Vertrauen der Wähler zu gewinnen und natürlich auch anschließend mit ihrem Engagement diesem Vertrauen gerecht zu werden.

Das Gespräch führte Peter Anderson.